Zentralbank: Russland steht erstmals vor Arbeitskräftemangel

Zum ersten Mal in ihrer modernen Geschichte sieht sich die russische Wirtschaft mit einem Arbeitskräftemangel und -beschränkungen konfrontiert. Unternehmen und Regierungsvertreter müssten diese Realität berücksichtigen, erklärte Zentralbankchefin Elwira Nabiullina auf dem Moskauer Börsenforum. „Frühere Phasen hoher Zinsen gingen mit einer vorübergehenden Verschlechterung der externen Bedingungen einher. Sobald sich die Lage normalisierte, senkten wir die Zinsen rasch. Jetzt erleben wir eine nahezu anhaltende Verschlechterung der externen Bedingungen, sowohl für Exporte als auch für Importe. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2%. Dies ist, zusammen mit der Tatsache, dass die Inflation Anfang letzten Jahres auf 10% gestiegen ist, ein Indiz für eine wirtschaftliche Überhitzung“, sagte sie. Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung hatte zuvor prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote 2026 2,6%, 2027 2,5% und 2028 2,3% erreichen wird. Der Russische Unternehmerverband (RSPP) schätzt, dass sich das Defizit mittelfristig – bis 2030 – auf mehr als 3 Mio. Arbeitskräfte belaufen könnte. Laut Zentralbank besteht der größte Arbeitskräftemangel weiterhin in der Landwirtschaft, im verarbeitenden Gewerbe, im Energiesektor und in der Wasserversorgung. / RBCZentralbank (beide RU)

20.04.2026

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