Angesichts der Konkurrenzvorteile der Online-Marktplätze haben die Schreibwarenhändler die russische Regierung darüber informiert, dass tausenden Geschäften der Branche die Schließung droht. Der Schreibwaren-Branchenverband AKR richtete einen entsprechenden Brief an Regierungschef Michail Mischustin und Finanzminister Anton Siluanow. Online-Händler hätten einen unfairen Vorteil dadurch, dass sie mit Agenturverträgen die MwSt-Zahlungen reduzieren könnten und die Sozialbeiträge nicht vollständig zahlen müssten, weil sie Festangestellte durch Selbstständige ersetzt hätten, klagt der Verband. Damit müssten Online-Händler jährlich insgesamt mehr als 1 Bio. Rubel (9,8 Mrd. Euro) weniger Steuern zahlen. Der Verband forderte das Kabinett auf, diese Marktplätze zu einer Steuerzahlung wie bei den klassischen Online-Shops zu zwingen, aber auch Schutzmaßnahmen gegen die dominierenden Marktakteure zu treffen und die virtuellen Marktplätze samt den dort aktiven Verkäufern schärfer zu kontrollieren. Die Regierung soll das Schreiben bereits an das Industrie- und Handelsministerium weitergeleitet haben. Die von der russischen Wirtschaftszeitung Vedomosti befragten Rechtsexperten glauben allerdings nicht daran, dass die Kritik des Schreibwaren-Branchenverbands massive Steuerkontrollen gegen Online-Marktplätze zur Folge haben wird. Laut Artjom Sokolow, dem Präsidenten des Internethändler-Verbandes AKIT, zahlen Online-Marktplätze in Russland ihre Steuern gemäß den russischen Gesetzen. / [Kommersant](
https://www.kommersant.ru/doc/6918143), [Vedomosti](
https://www.vedomosti.ru/business/articles/2024/08/26/1057889-prodavtsi-kantselyarii-pozhalovalis-v-pravitelstvo-na-marketpleisi), [Forbes](
https://www.forbes.ru/biznes/519881-prodavcy-kancelarii-zaavili-ob-ugroze-zakrytia-tysac-magazinov-iz-za-marketplejsov?utm_source=forbes&utm_campaign=lnews) (alle RU)