Lufthansa bittet Politik um Hilfe
Seit dem Februar 2022 umfliegen Europas Airlines den russischen Luftraum. Um nach Asien zu kommen, müssen sie deshalb einen großen Umweg über die Türkei und Zentralasien fliegen, was Asienflüge länger und teurer macht. Eine zwei Stunden längere Flugreise soll zusätzliche Treibstoffkosten von 8000 bis 10.000 Dollar verursachen. Hinzu kommen höhere Kosten für die Besatzung, die dann länger im Dienst ist. Vor diesem Hintergrund streichen westliche Fluggesellschaften oft Verbindungen von und nach China. British Airways kündigte kürzlich an, ab Ende Oktober für mindestens ein Jahr nicht mehr von London nach Peking zu fliegen. Virgin Atlantic streicht nach 25 Jahren die Verbindung von London nach Shanghai. Bei der Lufthansa war die geringe Rentabilität von China-Flügen eine der Ursachen für ein schwaches erstes Halbjahr. Chinesische Fluggesellschaften hingegen fliegen die direkte Strecke und haben ihr Sitzplatzangebot zwischen europäischen und asiatischen Metropolen im August gegenüber 2019 um gut 30% erhöht. In der gleichen Zeit haben Lufthansa, British Airways und Air France ihre Kapazität um fast 40% reduziert. Lufthansa setzt auf die Politik: „Darauf muss die Politik in Deutschland und Europa neue industriepolitische Antworten finden.“ Für die größte deutsche Airline ist das Asiengeschäft wichtig: Im Vorkrisen-Jahr 2019 steuerte Asien rund 19% zu den Umsätzen aus dem Passagiergeschäft bei. Ab dem kommenden Jahr dürfte sich der Druck auf Lufthansa, Air France und British Airways noch mal erhöhen. Ab dann müssen sie nach den Plänen der EU-Kommission ihrem Flugbenzin eine kleine Menge des sehr teuren synthetischen Kerosins (SAF) beimischen, schreibt Handelsblatt. / [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/luftfahrt-chinesische-airlines-erobern-europa-und-lufthansa-ruft-bruessel-um-hilfe/100059274.html), [n-tv](https://www.n-tv.de/wirtschaft/Chinas-Airlines-verdraengen-europaeische-Konkurrenz-article25182506.html), [Welt](https://www.welt.de/wirtschaft/article253193718/Airlines-Das-Russland-Verbot-wird-zum-grossen-Nachteil-fuer-Lufthansa-und-Co.html)
29.08.2024
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