Der russische Ölkonzern Lukoil hat seine ausländischen Vermögenswerte vollständig abgeschrieben. Der am Freitag veröffentlichte Jahresbericht gibt die Abschreibung mit 1,67 Bio. Rubel (17,6 Mrd. Euro) an, womit der Wert der Aktiva auf Null gestellt wurde. Dadurch schrieb das Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals überhaupt rote Zahlen. Die Verluste belaufen sich dem Geschäftsbericht zufolge auf 1,06 Bio. Rubel (11,2 Mrd. Euro), nach einem Nettogewinn im Jahr 2024 in Höhe von 845 Mrd. Rubel (9 Mrd. Euro). Die vollständige Abschreibung zeugt davon, dass Lukoil nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Aktivitäten im Ausland rechnet, urteilen Beobachter.
Als die USA im November 2025 Sanktionen gegen Lukoil verhängten, verlor das Unternehmen die Kontrolle über die Auslandsaktiva. Außerdem erhielt es keine Informationen mehr über deren Finanzen und Geschäftsprozesse. Daher entschied es sich zur Abschreibung der Aktiva, auch wenn es formal ihr Eigentümer geblieben ist. Die Moskauer Investmentfirma Advance Capital bemerkt, dass Lukoil dabei ähnlich vorgegangen ist wie einige ausländische Unternehmen bei ihrem Rückzug aus Russland. Sollte Lukoil seine Auslandsaktiva noch verkaufen, dürften die Erlöse auf Sperrkonten landen und für das Unternehmen erst nach dem Ende der Sanktionen zugänglich werden. / Kommersant (RU)