Zweifel an Beschlagnahmung

Schwellenländer lobbyieren hinter den Kulissen aktiv gegen eine Konfiszierung der russischen Vermögenswerte im Westen, erfuhr die Zeitung Financial Times von Insidern. Länder wie Saudi-Arabien und Indonesien sorgten sich um die Zukunft ihrer eigenen Reserven und hätten die EU deshalb aufgefordert, von einer Beschlagnahmung der eingefrorenen russischen Zentralbankgelder abzusehen. Der saudische Finanzminister Mohammed al-Dschadan und seine indonesische Amtskollegin Sri Mulyani Indrawati sollen beim jüngsten Treffen der G20-Finanzminister vor einem Präzedenzfall gewarnt haben, der das Völkerrecht gefährden würde. Bedenken gibt es auch in der G7. Insbesondere die Zentralbankchefs der sieben führenden demokratischen Industrienationen stünden einer Konfiszierung skeptisch gegenüber, schreibt das Blatt. Man befürchte, dass dann finanzielle Forderungen etwa an Deutschland aus den beiden Weltkriegen gestellt werden könnten. Auch eine Abrechnung der ehemaligen Kolonien mit Ländern wie Frankreich wäre dann möglich. Nicht namentlich genannte Beamte verrieten der Zeitung, dass eine vollständige Beschlagnahmung des russischen Vermögens für die G7 kein Thema mehr sei. / [Financial Times](https://www.ft.com/content/0d77f54b-af74-4186-9cae-237528ad7d69) (EN), Kommersant [1](https://www.kommersant.ru/doc/6680761), [2](https://www.kommersant.ru/doc/6680744) (alle RU)

07.05.2024

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