Warnung vor Stagflation

Um eine Rezession in Russland zu vermeiden, müsste der russische Leitzins bis Mitte 2025 von aktuell 21% auf 15-16% sinken. Das schreibt das Zentrum für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognose (ZMAKP) in einer aktuellen Analyse. Die hohen Zinsen drohten die Wirtschaft abzuwürgen, ihr Einfluss auf die Inflation sei dabei nur beschränkt, meinen die Analysten des Wirtschaftsforschungsinstituts. Grund dafür sei, dass die Preise nicht wegen einer starken Nachfrage steigen, sondern wegen eines knappen Angebots an Waren und Dienstleistungen. Zudem würden die Unternehmen ihre mit dem Leitzins steigenden Kosten auf die Verbraucher umlegen, wodurch die Inflation weiter an Fahrt aufnehme. Wegen der strengen Geldpolitik der russischen Zentralbank drohe der russischen Wirtschaft eine Stagflation, also das Zusammentreffen von stagnierender Wirtschaft und schnell steigenden Preisen, schließt die Analyse.

Bereits Ende Oktober hatte der einflussreiche Industrielle Sergej Tschemesow der Zentralbank vorgeworfen, die Gefahr einer Stagflation herbeizuführen. Zentralbankchefin Elwira Nabiullina warnte daraufhin ebenfalls vor einer Stagflation, bezeichnete ihre strenge Geldpolitik jedoch als den einzigen Weg, eine Stagflation zu verhindern. / [Vedomosti](https://www.vedomosti.ru/economics/articles/2024/11/13/1074647-ekonomisti-tsmakpa-predupredili-ob-ugroze-stagflyatsii?from=newsline), [ZMAKP](http://www.forecast.ru/_ARCHIVE/Analitics/DB/112024inflation.pdf) (beide RU)

14.11.2024

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