Umleitung der Getreideexporte
Die russischen Getreideexporteure wollen künftig den Nahen Osten, Nordafrika, Indien und China als Absatzmarkt verstärkt ins Visier nehmen. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Moskau nach einer Besprechung mit den wichtigsten einheimischen Marktakteuren mit. Grund für den Wandel sind die vor Kurzem beschlossenen EU-Sperrzölle gegen Agrarimporte aus Russland sowie die Entscheidung der Türkei, ihre Weizenimporte vom 21. Juni bis zum 15. Oktober auszusetzen. Das russische Landwirtschaftsministerium erwartet, dass zumindest die wegbrechenden Exporte in die Türkei durch das Ausweichen auf die neuen Märkte kompensiert würden. Das Ministerium geht davon aus, dass Russland im laufenden Landwirtschaftsjahr 70 Mio. Tonnen und im Agrarjahr 2024/25 rund 60 Mio. Tonnen Getreide exportieren kann. Im Landwirtschaftsjahr 2022/23 waren es 60 Mio. Tonnen, was einen Rekord darstellte. Die EU erhöht zum 1. Juli den Zoll für den Import von Getreide aus Russland und Belarus auf bis zu 95 Euro pro Tonne. Das entspricht etwa der Hälfte des Weizenpreises auf dem europäischen Markt. Damit würden die jeweiligen Abgaben so weit erhöht, dass die Einfuhr der Waren de facto gestoppt würde, teilten die Mitgliedsstaaten Ende Mai in Brüssel mit. / [Russ. Landwirtschaftsministerium](https://t.me/mcx_ru/2670), Kommersant [1](https://www.kommersant.ru/doc/6761645), [2](https://www.kommersant.ru/doc/6094963?ysclid=lxajje01ak939111335) (alle RU)
12.06.2024
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