Lohngefälle bei Migranten

Ein durchschnittlicher Arbeitsmigrant in Moskau verdient pro Monat 54.500 Rubel (552 Euro). Sein Verdienst liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt, den die Zentralbank im vergangenen Mai auf monatlich 141.900 Rubel (1437 Euro) schätzte. Das ergab eine Studie im Auftrag der Moskauer Menschenrechtsbeauftragten Tatjana Potjajewa. Im vergangenen September befragten die Forscher jeweils 300 Gastarbeiter aus den zentralasiatischen Staaten Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan, die zwischen 18 und 60 Jahre alt und in der russischen Hauptstadt erwerbstätig sind. 54,4% der Befragten gaben an, als Schwarzarbeiter tätig zu sein und bar bezahlt zu werden. Rund 30% erhalten ihr Gehalt auf ein Bankkonto überwiesen. Die meisten Arbeitsmigranten aus Usbekistan arbeiten auf Baustellen, während tadschikische Gastarbeiter hauptsächlich im Dienstleistungssektor (Reinigungen, Friseursalons, Lieferdienste usw.) anzutreffen sind. Der Moskauer Einzelhandel ist bei ausländischen Arbeitnehmern weniger beliebt: Dort sind lediglich 5% der usbekischen und jeweils 12% der tadschikischen und kirgisischen Umfrageteilnehmer beschäftigt. Fast jeder zweite (44%) Befragte wohnt in einer Wohngemeinschaft und muss sein Zimmer mit durchschnittlich vier Mitbewohnern teilen. 4,3% der Arbeitsmigranten besitzen eine Eigentumswohnung. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab zu, die verbindliche polizeiliche Anmeldung gekauft zu haben. Ein Viertel der Arbeitsmigranten geht nie zum Arzt, jeder zweite tut das nur „im äußersten Notfall“. Nur 3,7% haben eine private Krankenversicherung. / [Kommersant](https://www.kommersant.ru/doc/6552504), [Izvestia](https://iz.ru/1542916/2023-07-12/v-rossii-nazvali-regiony-s-samoi-bolshoi-srednei-zarplatoi) (RU)

06.03.2024

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