Der russische Markt für Börsengänge ist beinahe zum Erliegen gekommen. Von Januar bis April wagte mit JetLend nur eine Firma den Gang aufs Parkett. Der Online-Kreditvermittler platzierte seine Aktien an der Börse St. Petersburg. In den ersten vier Monaten des Vorjahres waren in Russland sechs Unternehmen an die Börse gegangen: der Carsharing-Anbieter Delimobil, der Software-Entwickler Diasoft, der Spirituosenhersteller Kristall, die Leasingfirma Europlan, der Mikrofinanz-Anbieter Zaymer und die MTS Bank. Im gesamten vergangenen Jahr gab es 14 IPOs. Anfang 2024 sei der Leitindex der Moskauer Börse MOEX von 3000 auf 3500 Punkte gesprungen, und die Börsenneulinge hätten dieses „Investitionsfenster“ genutzt, erklärt Dmitri Sergejew von der Investmentberatung Veles Capital. Mittlerweile steht der MOEX bei 2800 Punkten. Davon abgesehen bleibe der russische Aktienmarkt aufgrund von globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten volatil, so Sergejew.
Hinzu kommt noch der hohe Leitzins, der seit Ende 2024 auf einem Rekordniveau von 21% liegt. Viele Anleger würden deshalb Bankeinlagen vorziehen, die im Vergleich zu Aktien weniger riskant seien und höhere Erträge anböten, sagt Analytikerin Natalja Miltschakowa von der Finanzgruppe Freedom Finance. / [Izvestia](
https://iz.ru/1882853/olga-anaseva/razmeshchenie-s-ubytkom-kompanii-poteryali-interes-k-ipo-iz-za-vysokoj-klyuchevoj) (RU)