„Mir fehlen die Worte“

Die Verkäufe von batteriebetriebenen Pkw sind in Russland im laufenden Jahr mehr als doppelt so stark eingebrochen wie der Automarkt insgesamt. Laut dem Branchendienst Awtostat wurden in den ersten acht Monaten des Jahres etwas mehr als 6739 E-Autos verkauft, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 47% bedeutete. Der Absatz von neuen Pkw insgesamt sank im gleichen Zeitraum um 23% auf 773.264 Fahrzeuge. Damit sank der Marktanteil der E-Autos erstmals seit 2022 wieder unter 1% (siehe Grafik). Zum Vergleich: In China, der EU und Nordamerika legten die E-Auto-Verkäufe von Januar bis August um 25%, 31% und 6% zu, schreibt das Wirtschaftsportal Realnoje wremja aus der Republik Tatarstan.

Als Gründe für die schwache Nachfrage nennen Experten das schwach ausgebaute Netz an Schnellladestationen und die hohen Kosten für den Erwerb und den Betrieb von E-Autos in Russland. Hoffnung setzen Beobachter auf das angekündigte russische E-Auto Atom, das 2026 auf den Markt kommen soll und für das es bereits 105.000 unverbindliche Vorbestellungen gibt. Eine Gefahr für den Absatz sehen die Experten in der bevorstehenden Erhöhung der Entsorgungsgebühr, die auch E-Autos verteuern wird. Sie werde der „letzte Sargnagel“ für Elektroautos sein, sagte Rustem Galimsjanow, der Vorsitzende der Nonprofit-Organisation Restart, die sich für den Ausbau eines Ladesäulennetzes in Russland einsetzt.

Als „sehr schlecht“ schätzt Ija Gordejewa, die Vorsitzende des russischen Elektromobilitätsverbands AETI, die Marktlage ein. „Es fehlen mir sogar die Worte, das weiter zu kommentieren“, zitiert sie Realnoje wremja. / [TASS](https://tass.ru/ekonomika/25018375), [Realnoje wremja](https://realnoevremya.ru/articles/356290-rynok-elektrokarov-teryaet-zaryad), [Awtostat](https://www.autostat.ru/press-releases/60757/) (alle RU)

16.10.2025

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