Am Dienstag ist ein Sanktionspaket von Großbritannien gegen Russland in Kraft getreten, das die britische Regierung bereits im vergangenen Oktober angekündigt hatte. Darin enthalten sind u. a. ein Verbot für Seetransporte von russischem Flüssiggas (LNG) sowie ein Importverbot von Ölprodukten nach Großbritannien, wenn sie in Drittstaaten aus russischem Rohöl hergestellt wurden.
Doch nun hat die Regierung zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Sanktionen Ausnahmeregelungen erlassen. So bleiben Importe von Flugzeugkerosin und Diesel, die insbesondere in der Türkei und Indien aus russischem Öl entstehen, auf unbestimmte Zeit erlaubt. Eine weitere Ausnahmelizenz gilt bis zum 1. Januar 2027 und erlaubt die Verschiffung von LNG von den russischen Projekten Sachalin-2 und Jamal. Die Regierung begründete ihr Vorgehen mit Risiken für die Versorgungssicherheit angesichts steigender Energiepreise. Die Lizenzen sollen nach drei Monaten geprüft werden.
Nach Kritik u. a. von der Opposition entschuldigte sich Handelsminister Chris Bryant für das „ungeschickte“ Vorgehen und den dadurch entstandenen Eindruck, die Regierung wolle die Sanktionen gegen Russland lockern. Vor wenigen Tagen hatte London die USA für ihre Sanktionsausnahmen gegen russisches Erdöl kritisiert. / Guardian, BBC (beide EN), RBC (RU)