Das russische Finanzministerium (Minfin) nimmt am Freitag wieder die Käufe von Gold und Devisen auf. Bis zum 4. Juni sollen insgesamt 110,3 Mrd. Rubel (1,3 Mrd. Euro) eingesetzt werden, teilte das Ministerium gestern mit. Zuletzt führte das Ministerium im Juni 2025 solche Käufe durch. Die Wiederaufnahme nach fast einem Jahr verdankt sich den gestiegenen Einnahmen aus Öl und Gas, die im April erstmals wieder über dem Budgetplan lagen (siehe die Meldung oben).
Analysten hatten aufgrund des hohen Ölpreises mit einer größeren Intervention des Ministeriums auf dem Devisenmarkt gerechnet. Dennoch sind die angekündigten Käufe von durchschnittlich 5,8 Mrd. Rubel (66 Mio. Euro) pro Tag ausreichend, damit die Zentralbank netto wieder als Devisenkäuferin auftritt. Ihre planmäßigen Devisenverkäufe im Rahmen der Budgetregel belaufen sich im 1. Halbjahr 2026 auf 4,62 Mrd. Rubel (52,6 Mio. Euro) pro Tag. Nach Gegenrechnung der Minfin-Käufe ergeben sich für den Zeitraum vom 8. Mai bis 4. Juni Nettokäufe der Zentralbank in Höhe von 1,18 Mrd. Rubel (13,7 Mio. Euro) pro Tag. Das letzte Mal kaufte die Zentralbank im Januar 2022 mehr Devisen, als sie im gleichen Monat verkaufte. Nachdem der Rubelkurs stark nachgegeben hatte, stoppte die Zentralbank ihre Devisenkäufe. / Interfax (RU)