Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Russland sehen sich nach den jüngsten Steuererhöhungen mit stark schrumpfenden Margen und einem Rückgang der Nachfrage konfrontiert, ergab eine Umfrage der Mittelstandsvereinigung Opora Rossii. Als Folge weichen viele von ihnen in die Schattenwirtschaft aus. Der Verband befragte seine Mitglieder zu den Auswirkungen der Anfang 2026 in Kraft getretenen Steuerreform auf ihr Geschäft. 42% der Unternehmen gaben an, dass die Schattenwirtschaft in ihrer jeweiligen Branche seit Beginn dieses Jahres zugenommen habe. Das war die am dritthäufigsten genannte Antwort nach den schrumpfenden Margen und dem Nachfragerückgang.
Besonders rasant breitet sich die Schattenwirtschaft im Kfz-Gewerbe aus – dies gaben 69,5% der Branchenvertreter an. In der Schönheitsindustrie und im Gastgewerbe lagen die Anteile bei 66% bzw. 59%. Auch im Handel, Bildungs- und Gesundheitswesen, in der Pharmaindustrie, Land- und Forstwirtschaft berichteten jeweils mehr als 40% der Befragten von einem Zuwachs der Schattenwirtschaft.
Opora Rossii befragte im Februar-März insgesamt 3378 Mittelständler in 86 russischen Regionen. Die größte Gruppe stellten Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 20 bis 60 Mio. Rubel (643.300 Euro). Unternehmen dieser Größe sind dieses Jahr erstmals umsatzsteuerpflichtig geworden. / RBC, Frank Media (beide RU)