Gazprom mit Rekordverlust

Russlands größter Gaskonzern Gazprom hat für 2023 den ersten Jahresverlust seit 1999 gemeldet. Das Minus betrug nach internationalen Bilanzstandards 629 Mrd. Rubel (6,4 Mrd. Euro), so viel wie mindestens seit 1997 nicht mehr. 2022 hatte der Staatskonzern noch 1,23 Bio. (12,6 Mrd. Euro) und 2021 sogar 1,9 Bio. Rubel (19,4 Mrd. Euro) Gewinn gemacht. Verantwortlich für die schlechte Bilanz war das Kerngeschäft mit Erdgas, das einen Verlust von 1,2 Bio. Rubel einfuhr (12,2 Mrd. Euro). Andere Unternehmensbereiche wie der Ölhandel waren dagegen profitabel. Die wichtigsten Faktoren für die hohen Gazprom-Gewinne der Vergangenheit waren der europäische Exportmarkt und die hohen Preise. Da beides 2023 nicht mehr gegeben war, hatten Beobachter einen Rückgang der Gewinne erwartet. Laut der Nachrichtenagentur Interfax belief sich die Konsensprognose auf einen Jahresgewinn in Höhe von 447 Mrd. Rubel (4,5 Mrd. Euro). Nach russischen Bilanzstandards hatte Gazprom Ende März einen Rückgang des Gewinns zum Vorjahr um 7% auf 696 Mrd. Rubel (7,1 Mrd. Euro) gemeldet. Die überraschenden neuen Zahlen seien auch mit einmaligen Faktoren zu erklären, meinen Experten. Dazu gehörten Abschreibungen, Wertberichtigungen und Wechselkursverluste. Die Veröffentlichung der Zahlen am Donnerstag drückte den Kurs der Gazprom-Aktie an der Moskauer Börse zeitweise um 5%. Die Aktionäre müssten nun mit einer geringeren Dividendenausschüttung rechnen, erklären Experten. / [Vedomosti](https://www.vedomosti.ru/business/articles/2024/05/03/1035238-gazprom-vpervie-za-chetvert-veka-poluchil-ubitok), [Kommersant](https://www.kommersant.ru/doc/6594623), [Interfax](https://www.interfax.ru/business/958748), [Banki.ru](http://Banki.ru) (alle RU)

11.05.2024

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