Die Deutschlandtochter des russischen Arzneimittelherstellers R-Pharm hat Insolvenz angemeldet. Die Hauptgründe dafür sind die EU-Sanktionen gegen Russland und die russischen Gegenmaßnahmen, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Markus Fröhlich. Sie hätten Kunden und Geschäftspartner verunsichert.
Das heutige R-Pharm Germany wurde 1860 von Heinrich Mack in der bayerischen Stadt Illertissen gegründet. Anfang der 1970er-Jahre übernahm Pfizer die damalige Heinrich Mack GmbH. Später trennte sich der US-Gigant im Rahmen einer weltweiten Restrukturierung von dem Standort. Der Kaufvertrag mit R-Pharm wurde im Februar 2014 unterzeichnet.
Im November 2021 hatte R-Pharm Germany einen Kredit über 50 Mio. Euro von der russischen Raiffeisenbank für den Ausbau der Produktionskapazitäten erhalten. Geplant war u. a. die lokale Herstellung des russischen Covid-Impfstoffs Sputnik V. Der Kredit sollte bis Oktober 2024 zurückgezahlt werden, was die deutsche R-Pharm jedoch nicht vermochte. Im Februar 2026 gab das Moskauer Arbitragegericht einer Klage der Raiffeisenbank statt und verpflichtete die russische Mutter R-Pharm zur Zahlung von rund 37 Mio. Euro an Forderungen und Zinsen. / Pharmvestnik, Kommersant (beide RU), dpa, Ärztezeitung