Russland bemüht sich bislang erfolglos, China und Indien zur Aufhebung von Importzöllen auf russische Kohle zu bewegen, berichtet Kommersant. Die Wirtschaftszeitung beruft sich dabei auf eine Quelle, die mit einem entsprechenden internen Regierungsbericht an Präsident Wladimir Putin vertraut ist. China ist der mit Abstand größte Abnehmer russischer Kohle und belegt diese seit 2014 mit Zöllen von 3% bis 6%.
Angesichts der derzeit niedrigen Kohlepreise gehen den russischen Exporteuren dadurch 30% bis 60% der Nettomarge verloren, schätzen Experten. Die Konkurrenz aus Indonesien und Australien ist hingegen wegen Freihandelsabkommen von den Zöllen befreit.
China lehnt das russische Anliegen bisher ab, u. a. aus Sorge vor einem Präzedenzfall für weitere Länder, so der Bericht. Zudem würde eine einseitige Abschaffung der Importzölle ohne gegenseitige Zugeständnisse gegen Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verstoßen, argumentieren die Chinesen laut Kommersant.
Im vergangenen Jahr exportierte Russland 93,1 Mio. Tonnen Kohle nach China, 2% weniger als 2024, berichtet die russische Rohstoff-Preisagentur ZZI. Die gesamten russischen Kohleexporte bezifferte ZZI auf 203 Mio. Tonnen, 4% mehr als im Vorjahr. Indien belegt russische Kohle mit 2,5% Zöllen. Im vergangenen Jahr lieferte Russland rund 10 Mio. Tonnen Kohle dorthin. / Kommersant, Vedomosti (beide RU)