Seit Jahresbeginn hat sich das Defizit freier Liquidität (die Menge an verfügbarem Bargeld) bei russischen Geldhäusern fast vervierfacht – von 600 Mrd. Rubel (7 Mrd. Euro) im Januar auf 2 Bio. Rubel (23,5 Mrd. Euro) im Juni. Dies zeigen Daten der russischen Zentralbank. Grund dafür ist laut Quellen der Zeitung Izvestia die steigende Bargeldnachfrage. Ende 2025 blieb das Liquiditätsdefizit unter 900 Mrd. Rubel (10,5 Mrd. Euro). Wassili Kutjin, Leiter für Analysen bei der Ingo Bank, erklärt dies damit, dass die hohen Einlagenzinsen im vergangenen Jahr eher Bankeinlagen als Abhebungen gefördert hätten.
Seit Januar ist die Menge des im Umlauf befindlichen Bargelds um 1,7 Bio. Rubel (20 Mrd. Euro) gestiegen. Allein im Mai legte diese Zahl um 400 Mrd. Rubel (4,7 Mrd. Euro) zu. Bis Ende 2025 betrug der Anstieg jedoch nur 750 Mrd. Rubel (8,8 Mrd. Euro). Wirtschaftsexperten führen die gestiegene Nachfrage nach Bargeld auf Ausfälle des mobilen Internets, gesunkene Einlagenzinsen, Änderungen in der Steuergesetzgebung und den Trend zu internationalen Reisen zurück. / Bank Russlands, Izvestia, Kommersant