Anleihenmarkt droht Zahlungsausfall

Fast ein Viertel des russischen Anleihenmarktes ist von Zahlungsausfällen bedroht. Dies berichten Experten, die von der Zeitung „Iswestija“ befragt wurden. Angesichts teurer Kredite und steigender Mehrwertsteuer können Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen immer seltener nachkommen, und Anleger laufen Gefahr, in diesem Jahr keine Rendite auf ihre Wertpapiere zu erhalten. Die Risiken am Anleihenmarkt seien aus der latenten in die offene Phase übergegangen, so Jegor Sinowjew, Analyst bei Zifra Broker. Im ersten Quartal wurden elf technische Zahlungsausfälle verzeichnet, von denen einige bereits zu vollständigen Zahlungsausfällen geworden sind. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden 24 und im Jahr davor lediglich elf registriert.

Verschärft wird die Situation durch die sogenannte „Rückzahlungswelle“. In diesem Jahr müssen Unternehmen zwischen 5 und 6,6 Bio. Rubel, umgerechnet 57 bis 75 Mrd. Euro, an ihre Investoren zurückzahlen, was die Liquidität zusätzlich belastet und das Risiko von Ausfällen erhöht. Laut Maria Romanzowa, Direktorin für Fremdkapitalmärkte bei der Beteiligungsholding Finam, könnte die Zahl der Zahlungsausfälle bis Ende des Jahres um weitere 10–15% im Vergleich zu 2025 steigen. Am stärksten gefährdet sind weiterhin Unternehmen mit hoher Verschuldung und kurzer Kreditlaufzeit. / IzvestiaFrank Media (beide RU)

07.05.2026

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