Ungleiche Teuerung

Verbraucher in Deutschland geben weniger für vergleichbare Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs aus als Bürger anderer europäischer Länder. Das belegt eine Studie des britischen Marktforschers Circana im Auftrag der Wirtschaftszeitung Handelsblatt (siehe Grafik). Untersucht wurden die Preise für „typische“ Produkte, darunter Kaffee, Käse, Nudeln, Tiefkühlpizza, Toilettenpapier, Butter, Schokolade, Joghurt, Mehl, Speiseeis und Zahnpasta. Eine vollständige Auflistung der Waren veröffentlichte das Handelsblatt nicht. Die prozentualen Anstiege beziehen sich auf den 1. Januar 2022. Das erklärt sich mit der zugrundeliegenden Annahme, dass die Preise insbesondere nach dem 24. Februar 2022 stark gestiegen seien.

Im Vergleich dazu erfasst Russlands Statistikbehörde Rosstat die Preisentwicklung eines „minimalen“ Einkaufskorbs. Zu dessen 33 Bestandteilen gehören Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Mehl, Brot und Getreide, Zucker, Obst und Früchte. Der Preis des minimalen Warenkorbs betrug landesweit im April 6100 Rubel, also rund 61 Euro. In Moskau waren es 7300 Rubel, am teuersten sind die gleichen Lebensmittel im autonomen Kreis der Tschuktschen im Fernen Osten Russlands mit 15.200 Rubel.

Daten zur Entwicklung der Preise für typische Alltagsgüter in Russland liefert traditionell das Urgestein der russischen Marktforschung ROMIR. Sein sogenannter „Deflator“ hat das Preisniveau von 2019 zur Grundlage (100%). Im Januar 2022 hatte der Index bei 129,4% gelegen, im Juli 2024 erreichte die Teuerung 227,5%. / [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/lebensmittel-deutsche-zahlen-im-eu-vergleich-deutlich-weniger/100055663.html), [TASS](https://tass.ru/ekonomika/20593155) (RU), [ROMIR](https://romir.ru/index/deflyator-pribavil-v-iyule-23) (RU)

29.08.2024

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