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In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden in Russland 568.793 Gebrauchtwohnungen verkauft, 19% mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter den zehn verkaufsstärksten Regionen (siehe Grafik) wies das Gebiet Moskau mit +35% das größte Wachstum auf. Das berichtet das Anzeigenportal Avito Immobilien unter Berufung auf das staatliche Katasteramt Roskadastr.
Zur Entwicklung des Gesamtmarkts einschließlich der Neubauwohnungen gibt der Artikel der Wirtschaftszeitung Vedomosti keine Hinweise. Von ihr befragte Immobilienagenturen erklären die gestiegene Nachfrage nach Bestandswohnungen u. a. mit den verschärften Bedingungen der staatlichen Förderung beim Kauf von Neubauwohnungen. Für Bestandswohnungen war das subventionierte Hypothekenprogramm ohnehin stark beschränkt. Ohne die Förderung schlägt der Preisvorteil der Gebrauchtwohnungen durch, deren Quadratmeterpreise um 25–30% günstiger sind. Hier wagen die Käufer offenbar eher den Kauf zu Marktkonditionen, zumal die Zinsen seit der Zinswende der Zentralbank Mitte 2025 nachgegeben haben. Viele Käufer setzen laut den Agenturen zudem auf eine weitere Zinssenkung der Zentralbank und eine spätere Umschuldung, weshalb sie auch jetzt zum Marktzins kaufen.
Von einem Boom am Markt für Bestandswohnungen kann dennoch kaum gesprochen werden, da die Preise kaum steigen. Im Mai kostete ein Quadratmeter russlandweit laut Avito im Schnitt 155.000 Rubel (1830 Euro), was nur 2% über dem Vorjahreswert lag. Zugleich lag das Angebot von Bestandswohnungen im Mai um 14% unter dem Vorjahreswert. / Vedomosti (RU)