
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vergangene Woche ihre Prognose der russischen Inflation im kommenden Jahr von 4,6% auf 6% angehoben. Für 2026 erwarten die Analysten wie zuvor eine Inflation von 6,5%. Im Vergleich mit den übrigen G20-Ländern belegt Russland damit den dritten Platz, hinter den Ausreißern Türkei und Argentinien (siehe Grafik).
Die russische Zentralbank und das Wirtschaftsministerium gehen hingegen davon aus, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise 2027 auf die offizielle Zielmarke von 4% verlangsamt. Derzeit liegt die Inflation bei rund 6,2%, für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Wirtschaftsministerium 6,8%.
Der OECD-Prognose könnte die Erwartung eines schwächeren Rubels und eines wachsenden Haushaltsdefizits zugrunde liegen, erklärt der Ökonom Oleg Schibanow von der Moskauer Wirtschaftshochschule NES. Jegor Susin von der Gazprombank nennt als weiteren möglichen Faktor ein knapperes Warenangebot und eine robustere Nachfrage als bisher erwartet. / Vedomosti, Expert (beide RU)